Wohnungstypen

Wohnungstypen Berlin: Altbau, Neubau, Platte

2026-08-08

Jedes Berliner Wohnungsinserat nennt die Bauepoche. Das wirkt wie eine Randnotiz. Tatsächlich sagt kein anderes Detail so gut voraus, wie die Montage laufen wird, was sie kostet und ob der ausgesuchte Schrank überhaupt passt.

Was bedeutet Altbau in der Praxis?

Altbau heißt: vor 1945 gebaut, in Berlin meist vor 1914. Rechnen Sie mit Deckenhöhen von 3,2 bis 4,0 Metern, mit Dielen, die zur Raummitte hin abfallen, und mit Kalkputz, hinter dem Hohlräume liegen. Über einem 236-cm-Schrank bleiben 80 bis 160 cm Luft.

Hält eine Altbauwand einen Schrank?

In der Regel ja – aber nicht mit den beiliegenden Dübeln. Alter Kalkputz und Hohlziegel verlangen Hohlraumdübel oder Chemieanker, die in der tragenden Schicht dahinter greifen. Deshalb zählt die fünfminütige Klopfprobe vor dem Bohren im Altbau mehr als jeder andere Einzelschritt.

Was ändert sich im Neubau?

Fast alles wird einfacher, eine Sache schwieriger. Böden sind eben, Decken meist 2,5 Meter hoch, Maße entsprechen dem Katalog. Innenwände sind aber oft Trockenbau auf Ständern – der hält einen beladenen Hängeschrank nur, wenn die Befestigung im Ständer sitzt oder ein passender Hohlraumanker verwendet wird.

Und Plattenbau?

Der Plattenbau – die Betonfertigteilbauweise der DDR, verbreitet in Marzahn, Hellersdorf und Lichtenberg – ist der berechenbarste der drei Typen. Wände gerade, Böden eben, Beton hält alles. Es braucht einen kräftigen Bohrhammer, dafür steht ein deckenhoher Schrank hier oft schneller als im Altbau.

Bei welchem Typ sollten Sie vor dem Möbelkauf nachdenken?

Beim Altbau, und dort wegen eines einzigen Maßes: der Deckenhöhe. Liegt sie über 3 Metern, entscheiden Sie vor der Bestellung, ob Sie Aufsatzschränke, einen raumhohen Rahmen oder eine offene Lücke wollen. Nachträglich bedeutet diese Entscheidung eine zweite Lieferung.

Haben Sie eine ähnliche Situation?