Mietrecht

Bohren in der Mietwohnung: Was erlaubt ist

2026-08-08

Einen hohen Schrank an der Wand zu sichern, ist keine Geschmacksfrage: Ein 236-cm-PAX muss befestigt werden, und ein ungesicherter Schrank ist in einer Wohnung mit Kindern eine echte Gefahr. Es bedeutet aber Löcher – und Löcher in einer Berliner Mietwohnung machen nervös.

Darf man in einer deutschen Mietwohnung überhaupt bohren?

Ja. Bohren für übliche Einrichtung – Regale, Schränke, Spiegel, Gardinenstangen, TV-Halterungen – gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch. Eine Klausel, die das Bohren vollständig verbietet, gilt in der Regel als unwirksam, weil sie das Einrichten der gemieteten Wohnung verhindern würde.

Kosten die Löcher die Kaution?

Normalerweise nicht. Erwartet wird, dass Sie die Löcher beim Auszug verschließen und glätten – Routinearbeit, eine Tube Spachtel kostet wenige Euro. Teuer werden Menge und Lage: eine sichtbar durchlöcherte Wand oder Bohrungen durch Fliesen in Bad und Küche werden anders bewertet als vier Ankerpunkte hinter einem Schrank.

Wo sollte man nicht bohren?

An drei Stellen. In Fliesen, wo ein einziges Loch den Austausch einer nicht mehr lieferbaren Fliese bedeuten kann. Überall dort, wo Leitungen verlaufen können – senkrecht über und unter Steckdosen und Schaltern sowie waagerecht daneben. Und in denkmalgeschützte Bauteile, in Berlin also Stuck, Wandvertäfelungen und historische Türen.

Muss die Vermietung zustimmen?

Für übliche Möbelbefestigungen nicht. Fragen Sie vorher, wenn das Haus denkmalgeschützt ist, wenn mehr als eine Handvoll Löcher in eine Wand sollen oder wenn in Fliesen bzw. eine Einbauküche gebohrt wird. Eine kurze schriftliche Nachricht genügt und klärt die Frage, bevor es um die Kaution geht.

Was machen wir in einer Mietwohnung anders?

Wir setzen so wenige Ankerpunkte wie sicher möglich, klopfen die Wand ab, um sie in tragfähiges Material statt in hohlen Putz zu setzen, und bohren mit Staubabsaugung, damit nichts in die Dielenfugen fällt. Vier saubere Löcher hinter einem Schrank sind bei der Übergabe kein Thema.

Haben Sie eine ähnliche Situation?